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55 Jahre nach der ersten FEI Europameisterschaft der Vierspänner wird in Gödöllő eine Gedenktafel für Prinz Philip enthüllt

Manchmal gibt es im Fahrsport Orte, an denen man Geschichte nicht nur erzählt bekommt – man kann sie spüren.

Gödöllő in Ungarn ist ein solcher Ort.

Am 18. September 2026 wurde im wunderschönen Waldpark rund um das Schloss von Gödöllő eine Erinnerungstafel enthüllt – genau dort, wo 1971 die erste FEI Europameisterschaft der Vierspänner ihren Zieleinlauf hatte.

Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich an diesem besonderen Ort Menschen, die selbst Teil der internationalen Fahrsportgeschichte geworden sind: Bürgermeister Dr. György Gémesi, der vielfache ungarische FEI-Weltmeister Vilmos Lázár, der langjährige Pressechef des ungarischen Fahrsports Dr. Károly Fehér und zahlreiche Wegbegleiter, Freunde und Legenden des Fahrsports, im Beisein der Fahrsportlegende und ersten FEI Fahrsport Medailliengewinner Sándor Fülöp, sowie Miksa Mondok, dem Präsident des ungarischen Fahrsport Komitees, und dem vielfachen FEI Weltmeister Zoltán Lázár gemeinsam mit vielen weiteren Fahrsportfreunden.

Initiiert wurde die Erinnerungstafel von Csaba Péterfi. Damit entstand ein sichtbares Zeichen der Erinnerung an die großen internationalen Fahrsportereignisse in Ungarn und an eine Persönlichkeit, die mit der Entwicklung des internationalen Fahrsports eng verbunden ist: Seine Königliche Hoheit Prinz Philip, Herzog von Edinburgh.

Und der Ort könnte kaum passender sein.

Im Schatten der alten Bäume des herrlichen Waldparks, inmitten der besonderen Atmosphäre rund um das Schloss von Gödöllő, wurde an diesem Tag Geschichte lebendig.

Man sah Fahrsportlegenden im Gespräch. Man hörte Geschichten aus vergangenen Jahrzehnten.

Erinnerungen wurden geteilt, Anekdoten erzählt und Namen genannt, die für Generationen von Fahrsportlern bis heute Bedeutung haben.

Es war ein Treffen der Generationen – und gleichzeitig ein Wiedersehen von Menschen, die durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Pferde und Fahrsport verbunden sind.

Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen... 1971 und 2026 waren plötzlich ganz nah beieinander.


1971 – als in Budapest Geschichte geschrieben wurde

Vor 55 Jahren begann genau hier eine Geschichte, die den internationalen Fahrsport nachhaltig prägen sollte.

1971 wurde in Budapest die erste FEI Europameisterschaft der Vierspänner ausgetragen. Ungarn übernahm damit eine Vorreiterrolle im internationalen Fahrsport und wurde zum Schauplatz eines historischen Ereignisses.

Der erste Europameister hieß Imre Abonyi. Gemeinsam mit Sándor Fülöp und József Papp bildete er das ungarische Team. Die britische Mannschaft mit Nicholson und Miller gewann Bronze.

Doch die Premiere war weit mehr als eine sportliche Meisterschaft. Sie war ein Symbol für die zunehmende Internationalisierung des Fahrsports und für die Entwicklung einer Disziplin, die Menschen und Nationen miteinander verbinden sollte.

Eine der wichtigsten Persönlichkeiten dieses historischen Moments war Prinz Philip.


Prinz Philip – nicht nur Ehrengast, sondern Teil des Sports

Als Präsident der FEI unterstützte und eröffnete Prinz Philip die erste Europameisterschaft offiziell.

Doch Prinz Philip war kein Mann, der sich mit einer Rolle auf der Ehrentribüne zufriedengab.

Bei der Europameisterschaft 1971 entschied er sich, die 28 Kilometer lange Marathonstrecke zu Pferd zu begleiten.

Für die Sicherheitskräfte war diese Entscheidung durchaus beunruhigend – denn keiner von ihnen konnte reiten.

Der Prinz hingegen war ein hervorragender Reiter. Auf seinem Kisbér-Halbblut begleitete er den Marathon von Mátyásföld bis zum Ziel.

Tausende Zuschauer säumten Straßen, Wege und Dörfer. Überall wurden die Gespanne und der Prinz begeistert begrüßt.

Und am Ziel in Gödöllő wartete ein weiterer spektakulärer Empfang: Fallschirmspringer begrüßten die ankommenden Teilnehmer.

Heute, 55 Jahre später, erinnert eine Tafel an diesen historischen Ort.


Ungarn – eine Nation mit außergewöhnlicher Fahrsportgeschichte

Dr. Károly Fehér blickte in seiner Ansprache auf diese lange Tradition zurück.

„Im internationalen Fahrsport hat Ungarn stets eine Vorreiterrolle übernommen“, erinnerte er.

Die Zahlen erzählen eine beeindruckende Geschichte:

17 Weltmeisterschaften und 6 Europameisterschaften wurden in Ungarn in verschiedenen Altersklassen ausgetragen - 27 Welt- und Europameister gingen aus Ungarn hervor.

Und ungarische Fahrer errangen insgesamt 109 FEI Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften, darunter 52 FEI Goldmedaillen.

Doch hinter diesen Zahlen stehen Menschen, Pferde, Freundschaften und Geschichten.

Und einige davon sind untrennbar mit Prinz Philip verbunden.


Imre Abonyi und Prinz Philip – eine Freundschaft über den Sport

Zwischen dem ersten Europameister Imre Abonyi und Prinz Philip entwickelte sich eine besondere sportliche und persönliche Freundschaft.

Der britische Prinz schätzte Abonyis Erfahrung und sein außergewöhnliches Wissen über den Fahrsport so sehr, dass er ihn sogar als Trainer nach England holen wollte.

Im Gegenzug sollte ein britischer Spitzentrainer nach Ungarn kommen.

Die politischen Verhältnisse jener Zeit machten diesen Austausch schließlich unmöglich.

Doch die gegenseitige Wertschätzung blieb.

Und sie wurde zu einem Beispiel dafür, wie der Fahrsport Menschen miteinander verbinden kann – unabhängig von Nationalität, Rang oder Herkunft.


1978 – Prinz Philip selbst auf dem Podest

Bei der Weltmeisterschaft der Vierspänner 1978 in Kecskemét wurde Prinz Philip selbst Teil der sportlichen Geschichte.

Gemeinsam mit Bowman und Brislow gewann er für Großbritannien die Bronzemedaille.

Für Ungarn wurde György Bárdos Einzel-Weltmeister. Gemeinsam mit Sándor Fülöp und Ferenc Muity gewann er auch mit dem Team den Weltmeistertitel.

Sportliche Rivalität und persönliche Freundschaft lagen damals eng beieinander.

Es war eine Zeit, in der der Fahrsport noch stärker von persönlichen Begegnungen geprägt war – und in der aus Konkurrenten nicht selten Freunde wurden.


1984 – Szilvásvárad

Eine weitere große ungarische Fahrsportveranstaltung war die Weltmeisterschaft 1984 in Szilvásvárad.

László Juhász, damals noch liebevoll „Lacika“ genannt, wurde Einzel-Weltmeister.

Gemeinsam mit György Bárdos und Sándor Fülöp gewann er auch den Mannschaftstitel.

Prinz Philip stand erneut auf dem Podest und gewann gemeinsam mit Flynn und Bowman Bronze.

Für Dr. Károly Fehér war diese Weltmeisterschaft auch persönlich ein besonderer Moment. Er leitete die internationale Pressekonferenz und saß dabei direkt neben Prinz Philip.

Bis heute bewahrt er ein Foto dieses Augenblicks auf.

Ein kleines Stück persönlicher Erinnerung an eine große Epoche des Fahrsports.


Pferde als gemeinsame Sprache

Was Prinz Philip mit dem ungarischen Fahrsport verband, ging weit über Medaillen und Meisterschaften hinaus.

Er schätzte die Organisation der ungarischen Turniere, die Pferdefreundlichkeit, das fachkundige Publikum und die besondere Atmosphäre.

Vor allem aber verband ihn die Liebe zum Pferd mit den Menschen, denen er in Ungarn begegnete.

Er liebte Pferde, verstand sie und respektierte sie.

Vielleicht war genau das die gemeinsame Sprache zwischen ihm und den ungarischen Fahrsportlegenden.


Eine Begegnung, die bis heute berührt

1993 besuchten Queen Elizabeth II. und Prinz Philip Ungarn.

In Bugac trafen sie den inzwischen gesundheitlich angeschlagenen Imre Abonyi.

Es war ein bewegendes Wiedersehen.

Gemeinsam fuhren sie mit der Kutsche durch die Puszta und erinnerten sich an gemeinsame Erlebnisse.

Respekt, Vertrauen und Herzlichkeit waren in dieser Begegnung spürbar.

Ein weiteres Kapitel einer außergewöhnlichen Verbindung zwischen dem britischen Königshaus und dem ungarischen Fahrsport.


Vilmos Lázár – eine Brücke in die Gegenwart

Mit Vilmos Lázár war in Gödöllő auch einer jener Fahrer anwesend, die die große ungarische Tradition in die moderne Zeit getragen haben.

Der vielfache FEI-Weltmeister gehört zu den prägendsten Persönlichkeiten des ungarischen Fahrsports.

Seine Anwesenheit gemeinsam mit Dr. Károly Fehér und zahlreichen weiteren Wegbegleitern machte deutlich, wie sich die Geschichte des Fahrsports von Generation zu Generation weiterträgt.

Die Namen ändern sich. Die Pferde wechseln. Die Sporttechnik entwickelt sich weiter. Aber die Leidenschaft bleibt.


18. September 2026 - eine Tafel für die Geschichte des Fahrsports – und für die Zukunft

Die Enthüllung der Erinnerungstafel in Gödöllő ist deshalb mehr als ein Blick zurück.

Sie ist ein Zeichen der Wertschätzung.

Für die Fahrer, die vor Jahrzehnten an den Start gingen.

Für die Pferde, die sie über die Marathonstrecken trugen.

Für die Organisatoren und Helfer.

Für die Menschen, die den internationalen Fahrsport aufgebaut haben.

Und für Prinz Philip, der selbst aktiv Teil dieser Entwicklung war.

Gödöllő erinnert sich.

An 1971.

An die erste FEI Europameisterschaft der Vierspänner.

An Imre Abonyi.

An Prinz Philip.

An all jene, die Geschichte geschrieben haben.

Und an die besondere Kraft des Fahrsports, Menschen über Jahrzehnte hinweg miteinander zu verbinden.


Von 1971 nach 2026

Als an diesem sonnigen Septembertag die Gäste vor der neuen Erinnerungstafel standen, wurde eines besonders deutlich:

Fahrsportgeschichte lebt nicht in Büchern allein.

Sie lebt in den Menschen, die sich erinnern.

In den Geschichten, die weitererzählt werden.

In den Bildern an den Wänden.

In den Begegnungen alter Freunde.

Und in den jungen Menschen, die heute ihren eigenen Weg im Fahrsport gehen.

Von Budapest 1971 nach Gödöllő 2026.

55 Jahre Fahrsportgeschichte – und eine Leidenschaft, die geblieben ist.

Denn am Ende geht es immer um dasselbe:

Pferde. Menschen. Leidenschaft. Und die Freude, gemeinsam zu fahren.

Danke diese besonderen Momente miterleben zu dürfen!

HIPPOEVENT | Jacqueline Zimmermann

 

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