Österreichs Vierspänner-Team liegt nach der Dressur bei den Weltmeisterschaften in Aachen auf
Rang zehn. Für die Vierspänner geht es am Samstag im
Marathon weiter.
Schneiders mit Ersatz-Schimmel
Alexander Bösch hatte als erster Fahrer des rot-weiß-roten Vierspännerteams am Donnerstag mit einer hervorragenden Dressur gut vorgelegt. Heute folgten seine Kollegen.
Daniel Schneiders, im vergangenen Jahr EM-Fünfter und der große Routinier im Team, zeigte sich mit seiner Dressur zufrieden. „Eines meiner Vorderpferde ist vor der WM ausgefallen. An seiner Stelle haben wir jetzt einen kleinen Schimmel am Start, der sonst eigentlich nur Shows läuft. Das ist hier erst sein zweites Turnier überhaupt. Wenn mir vor anderthalb Jahren jemand gesagt hätte, du fährst mit dem Schimmel in die WM-Dressur in Aachen rein, hätte ich gesagt: im ganzen Leben nicht. Aber er hat es sehr gut gemeistert, auch wenn Stillstehen in dieser Atmosphäre heute nicht zu seinen Stärken gezählt hat.“
Apropos Stärke: Die liegt für Daniel Schneiders ganz klar im Marathon, der am Samstag als nächste
Teilprüfung auf dem Programm steht. „Ich denke, da können wir noch ein bisschen was rausholen“, geht der 39. nach der Dressur (62,96 Minuspunkte) optimistisch in die nächste Aufgabe.
Bislang war Schneiders bei Weltmeisterschaften ausschließlich als Einzelfahrer für Österreich am Start, das Antreten als Teil einer Mannschaft ist für ihn eine neue Erfahrung – eine positive: „Hier als Mannschaft am Start zu sein, ist eine super Sache. Wir sind eine gute Truppe, jeder hilft dem anderen. Das ist ein guter Spirit.“
Binder erfüllt sich einen WM-Traum
Team-Senior und Einzelfahrer Wolfgang Binder kämpfte nach seiner Dressur mit den Emotionen. „Ich bin seit 30 Jahren im Fahrsport unterwegs und hätte mir damals bei meinem 65. Geburtstag nicht gedacht, dass ich tatsächlich einmal vierspännig bei einer Weltmeisterschaft starten würde. Der Weg hierher war mit unglaublich viel Arbeit verbunden und wäre ohne die Unterstützung meiner Familie und meines Teams nicht möglich gewesen. Umso schöner ist es, jetzt hier in Aachen zu sein und diesen Traum erleben zu dürfen.“
In den Marathon startet Binder als 42. mit 63,96 Minuspunkten auf dem Konto. „Die Pferde sind für den morgigen Marathon perfekt vorbereitet – jetzt gilt es, die richtigen Entscheidungen zu treffen und gut ins Ziel zu kommen.“
Gillinger erwartet echten Kraftakt
Diese Aufgabe wird allerdings schwer genug, wie Teamfahrer Erwin Gillinger weiß. Mit 61,70 Minuspunkten und Rang 33 war er mit seiner Dressur heute nicht ganz zufrieden. „Die Kulisse war sehr beeindruckend, für meine Vorderpferde vielleicht sogar zu beeindruckend. Aber so ist halt Aachen und so ist halt Weltmeisterschaft.“
Das Gelände bezeichnet der 58-Jährige, der wie seine Teamkollegen Bösch und Binder in Aachen seine erste WM im Vierspänner bestreitet, als sehr herausfordernd. „Der Marathon ist schwierig, die Strecke sehr lang mit viel bergauf und bergab und der Boden schon jetzt sehr schwer. Mit noch mehr Regen und einer späten Startnummer kann das schon ein echter Kraftakt werden morgen.“
In der Teamwertung liegt Österreich nach dem ersten von insgesamt drei Teilbewerben auf Rang 10.
OEPS Medieninformation
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