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Sehr interessante Informationen von der Tierklink Lüsche / Bakum, GER: Übergewicht bei Pferden...

♦„Der hat nur schwere Knoche“...bei dieser Ausrede hat sich wahrscheinlich schon der ein oder andere Pferdebesitzer ertappt, wenn man wieder einmal vergeblich den Sattelgurt um den viel zu runden Kugelbauch des Pferdes zerrt und die Stallkollegen hinter vorgehaltener Hand bereits über eine potentielle Verwandtschaft mit einem „Dickhäuter“ tuscheln…Übergewicht ist schon längst eine wahre Zivilisationskrankheit in der menschlichen Bevölkerung geworden und macht – oh Wunder – natürlich auch nicht vor unseren (Haus-)Tieren halt.

Immer mehr Pferde leiden an Übergewicht und sind somit stark gefährdet für die Entwicklung des „Equinen Metabolischen Syndroms“ (EMS). Studien zufolge haben circa 50% der Pferde in Deutschland Übergewicht, knapp 20% davon leiden sogar an starker Fettleibigkeit.

♦Warum sind so viele Pferde übergewichtig?
Um den steigenden Prozentsatz übergewichtiger Pferden nachzuvollziehen, ist es wichtig zu wissen, wie wildlebende Pferde sich ernähren:
Der Stoffwechsel von Pferde ist prinzipiell darauf ausgelegt im Sommer mehr zu fressen und Fett zu speichern, damit diese Energiereserven in Zeiten mit knappem Futterangebot (z.B. im Winter) genutzt werden können.
Mittlerweile sind unsere verwöhnten Hauspferde aber alles andere als „gefährdet“, denn die Futterversorgung ist dank des Menschen ganzjährig stabil und meist auch gleichbleibend hochwertig.
Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die angelegten Reserven aber gar nicht verbraucht werden und so immer weiter anwachsen können – das Pferd nimmt zwangsläufig zu.

♦„Equines metabolisches Syndrom“ – was ist das?
Die Erkrankung wird ausgelöst durch Überernährung und Bewegungsmangel.
EMS äußert sich durch Übergewicht, Insulin-Dysregulation (häufig bezeichnet als Diabetes) und Hufrehe und hat damit erstaunlich viel Ähnlichkeit mit dem „humanen metabolischen Syndrom“, an dem hauptsächlich übergewichtige Menschen erkranken, die dann einen erhöhten Blutdruck aufweisen und Insulinresistenzen bilden.
Es wird angenommen, dass auch eine genetische Veranlagung des Pferdes zu Übergewicht eine tragende Rolle bei der EMS Erkrankung spielt, wobei es hin und wieder auch normalgewichtige Fälle gibt. Dabei ist die Rasse irrelevant – EMS kann jedes Pferd betreffen. Auf Grund ihrer Nutzungs- und Haltungsform neigen Ponyrassen und Kaltblüter im Vergleich eher zu EMS, was aber hauptsächlich daran liegt, dass sie meist nicht entsprechend ihren Bedürfnissen gearbeitet werden.

♦Risiko: Chronische Hufrehe durch EMS
Während die akute Hufrehe häufig nur durch einmalige, massive Fütterungsfehler, Medikamentunverträglichkeiten, Vergiftungen, etc. hervorgerufen werden, ist die chronische Hufrehe das Ergebnis einer langfristig falschen Fütterung und damit einhergehend auch einem dauerhaften Übergewicht. Die Entwicklung chronischer Hufrehe ist allerdings erst eine Spätfolge der EMS Erkrankung – potentielle Riskofaktoren sollte man daher frühzeitig erkennen.

♦Woran erkenne ich, dass mein Pferd zu dick ist?
Um zu bestimmen ob ein Pferd übergewichtig ist, kann der Ernährungszustand mittels des Body Condition Scores eine erste Einschätzung geben. Hierfür werden einzelne Körperregionen auf ihre oberflächlichen Fettdepots und ihre Muskelmasse hin abgeschätzt und mit Punkten bewertet: 1 = sehr mager bis 9 = sehr fett.
Der Durchschnittswert ergibt den sogenannten „Body Condition Score“.Da diese Einschätzung für Laien manchmal sehr komplex ist, ist es immer ratsam einen Tierarzt bei der Betrachtung zu konsultieren. Details zur Bestimmung des BCS könnt ihr unserem Info-PDF entnehmen: http://bit.ly/tierklinikluescheEMS.

♦Diagnose „EMS“ – und nun?
Ist die Diagnose EMS durch einen Tierarzt gestellt worden (Details zu diesen Test erhaltet ihr in unserem Info-PDF: http://bit.ly/tierklinikluescheEMS ), sind Ernährung und Bewegung die wichtigsten Faktoren der Behandlung, um eine Gewichtsreduktion und eine erhöhte Insulin-Empfindlichkeit zu erreichen.
Bei Pferden mit Übergewicht ist es vorrangig von Bedeutung wieder ein normales und gesundes Gewicht zu erreichen und es empfiehlt es sich diesen Pferden nur Heu und ein Mineralfutter zu füttern. Grundsätzlich ist es ratsam, Pferden die abnehmen müssen, keinen Zugang zu Weidegras zu verschaffen. In 2 Stunden auf der Weide können Pferde nämlich bereits etwa 20% von der täglich benötigten Energie über das Gras aufnehmen. Grundsätzlich sollte bei Weidegang im Frühling/Sommer oder Herbst verstärkt aufgepasst werden, denn das Gras wächst dann schnell und beinhaltet viel Stärke, was für Pferde mit EMS immer eine Gefahr bedeutet.

Der zweite Schritt zur Verbesserung der Insulin-Empfindlichkeit ist Bewegung:
Solange betroffene Pferde keine Reheschübe haben ist dies ein sehr wichtiger Bestandteil der Therapie. Es ist nachgewiesen, dass 5x pro Woche 30-60 Minuten Trab an der Longe / unter dem Sattel die Insulin-Empfindlichkeit bereits deutlich steigern. Ein guter und strukturierter Trainingsplan ist daher unabdingbar und sollte vom Besitzer zwingend eingehalten werden.

♦ Einmal EMS diagnostizierte Pferde bleiben ein Leben lang Risikokandidaten und sollten auch nach Erreichen eines gesunden Normalgewichts gut überwacht werden und weiterhin viel Bewegung erhalten.

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Save the Date: Du möchtest dich gerne zum Thema "Gesunde Pferdefütterung" informieren?
Am 05. Juni 2020 veranstalten wir einen Infoabend für alle Pferdfreunde und Reiter in Lüsche:
-> www.facebook.com/events/2630495540570134/

 

Luesche

 

Viele Infos mehr -> Tierklink Lüsche / Bakum, GER

www.tierklinik-luesche.de

Essener Str. 39a 49456 Bakum
Telefon: +49 (0) 5438-95850
E-Mail: kontakt@tierklinik-luesche.de   

 

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